Zur 13. Fußwallfahrt hatte die Pfarrgemeinde eingeladen um drei Tage auf verschiedenen Etappen durch die Rhön zu pilgern. 22 Teilnehmer aus Alsfeld, Homberg, Ohmes, Ruhlkirchen, Seibelsdorf, Vockenrod und Wahlen wurden durch Diakon Reinhold Konle zum Start der Fußwallfahrt in der Marienkirche Vockenrod begrüßt. Diakon Reinhold Konle und Susanne Botthof-Schlitt hatten auch diese 13. Fußwallfahrt vorbereitet und organisiert. Den Pilgersegen vor der Abfahrt mit den Pfarrbussen spendete Pfarrer Zbigniew Wojcik.

Erstes Etappenziel war der Franziskusweg an der Thüringer Hütte. Ein Rundwanderweg von ca. 5 Kilometern zu den zehn Strophen des „Sonnengesangs“ des hl. Franziskus von Assisi. Der Weg wurde 2006 erstellt und 20007 der Öffentlichkeit übergeben.

Zehn Skulpturen und Kunstobjekte in Kooperation mit der Holzbildhauerschule Bischofsheim finden sich neben sieben Lesestationen auf dem Weg. Die Themenkreise Lebensweg, Lobpreis, Dank und Verantwortung für die Schöpfung sind heute mehr denn je aktuell. Daran erinnerte Konle mit den Hinweis auf die Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus, die er 2015 verfasste aus der Sorge um das gemeinsame Haus unserer Erde. Er fordert darin ein Bündnis zwischen Menschheit und Umwelt und konkrete Schritte einer solchen Kultur des Lebens.

So beinhalteten die thematischen Elemente der Fußwallfahrt am Freitag und Samstag insbesondere Schöpfung und Umwelt in Anlehnung an den Sonnengesang des hl. Franziskus, der auf Grund seines literarischen Aufbaus und seines Inhalts zur Weltliteratur zählt.

Nach den beeindruckenden Stationen und der Landschaft der Rhön, die die Pilger bei bestem Spätsommerwetter erleben durften, wurde die Franziskuskapelle erreicht, die Anfangs- und Endpunkt des Weges ist. Weitgehend offen, gestaltet mit dem Baumaterial der Rhön, Basalt, Holz aber auch ein aus Glas gestaltetes Franziskuskreuz, das Tau, und Reste des ehemaligen „Eisernen Vorhanges, sie sollen eine Brücke von Thüringen zur Rhön schlagen und an Vergangenes mahnen und für wieder Verbundenes danken.

Nach einem Impuls in der Kapelle und nach einer Kaffeepause ging es dann mit den Pfarrbussen zu nächsten Etappe an den Kreuzberg. Dort stand der Besuch des Bruder Franz Hauses an, das 2008 eröffnete wurde. Ein Ort der Besinnung im historisch, denkmalgeschützten Haus von 1687,  es gehört zu den ältesten Gebäuden am Kreuzberg. Es lädt ein, die Gedankenwelt des hl. Franz von Assisi und der franziskanischen Ordensgemeinschaft kennenzulernen. Daneben finden wechselnde Ausstellungen statt. Zur Zeit: Neue Bilder zur Bibel – mal ganz anders.

In den Meditations- und Ruheräumen des Hauses, gestaltet nach dem Sonnengesang, wurde im Wechsel von  zwei Gruppen ein Meditationsimpuls durch Konle angeboten.

Danach machte sich die Gruppe auf den Rundweg zum Gipfelkreuz, entlang der Kreuzwegstationen. Einen atemberaubenden Ausblick bei klarem blauen Himmel und Sonnenschein konnten die Teilnehmer im Zentrum des UNESCO Biosphärenreservats Rhön erleben. Nach Liedern und einem weiteren Impuls am Gipfelkreuz  folgte der Abstieg über die 297 Stufen und ein gemütliches Abendessen im Freien.

Nun stand die letzte Tagesetappe an. Nach einem Besuch der Klosterkirche  führte der Weg in der beginnenden Dämmerung , ca. 5 km vom Kreuzberg nach Waldberg, wo im Pfarrheim mit Schlafsack und Luftmatratze übernachtet wurde. Ein Abendlob im Freien mit Fackeln und eine humoristische Gute-Nacht-Geschichte ließen den Tag ausklingen.

Durch die Pfarrgemeinde Waldberg und den Eintracht-Fan-Club des Ortes wurden die Pilger aus dem Vogelsbergkreis mit einem reichhaltigen Frühstück versorgt. Nach dem Morgenlob und der Info für den zweiten Tag machte sich die Gruppe auf den Fußweg über Premich nach Burkhardroth,. Schöpfung und Umwelt waren wiederum die Themen der Impulse auf dem Weg durch die Rhön mit Stationen an Wegkreuzen und Bildstöcken. An diesem zweiten Tag, an dem nur der Ort Premich mit seiner Kirche passiert wurde, konnten die Teilnehmer in besonderer Weise diese Landschaft – dem Land der offenen Fernen – genießen. Zeiten der Stille boten Raum den eigenen Gedanken und dem bisher Erlebten nachzugehen.

Am  Nachmittag wurde das Ziel in Burkhardroth erreicht. Nach einem Impuls in der Kirche und  anschließender Kaffeepause bezogen die Teilnehmer ihr Quartier im Pfarrheim der Gemeinde. Zeit zum Austausch und zur Pflege etwaiger Blessuren  das gemeinschaftliche Malen eines Bildes und das Abendlob nahmen die Zeit bis zum Abendessen in Anspruch.

In einem gemütlichen Lokal im Ort war das Abendessen und das Frühstück für den Sonntagmorgen bestellt.

Am Sonntagmorgen hieß es dann früh das Gepäck verladen, bevor dann nach dem Morgenlob und Frühstück zunächst die Fahrt zum Wanderparkplatz „Rhein-Weser-Scheide“ in der Nähe von Speicherz fortgesetzt wurde.

Von dort war der Start über den Fußweg zum diesjährigen Ziel Maria Ehrenberg. Maria Ehrenberg (674 m), an der Westabdachung der Rhön, zwischen Dammersfeld und Mottener Haube gelegen, ist seit mehr als 480 Jahren das Ziel von Wallfahrern, die mit ihren Sorgen zum Gnadenbild der hl. Maria kommen. Mitten im Truppenübungsplatz, der uns daran erinnert, dass unsere Welt immer noch vom Krieg und vom Kampf der Waffen bedroht ist, in einer Zeit , wo sich Gewalt ausbreitet kommen Menschen an diesen Ort und beten um Frieden. Eingestimmt mit Impulsen, Liedern und Gebeten erreichte die Gruppe den Ehrenberg und den Anstieg über die 254 Stufen umfassende barocke Treppenanlage zur Wallfahrtskirche, der dreimal unterbrochen wird und Gelegenheit zur Rast bietet.

Nach dem Einzug in die Wallfahrtskirche, der Mitfeier der Eucharistie, dem Verweilen und gemeinsamen Singen und dem obligatorischen Gruppenfoto erreichten die Pilger nach dem gemütlichen Mittagessen wieder den Ausgangspunkt, die Marienkirche in Vockenrod.  Mit einem kurzen Rückblick, einem Impuls und Lied beendete Konle die 13. Fußwallfahrt. Er dankte allen, die zum Gelingen beigetragen haben. Zur Gruppe dazu kam Pfarrer Wojcik er dankte Susanne Botthof-Schlitt und Diakon Reinhold Konle für die Vorbereitung und Durchführung der Fußwallfahrt mit ca. 35 km Fußweg.

Reinhold Konle

Foto: Reinhold Konle

Fußwallfahrt der Pfarrgemeinde St. Michael Ruhlkirchen