Heute feiert die Kirche das Hochfest „Verkündigung des Herrn“ oder auch „Mariä Verkündigung“ es bezieht sich auf eine Stelle aus dem Lukas-Evangelium. Auf die Ankündigung der Geburt Jesu an Maria. „Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben.“  Das Fest wird seit dem 7. Jahrhundert am 25. März begangen und steht in engem Zusammenhang mit dem Termin für das Weihnachtsfest neun Monate später. Ich möchte heute die Möglichkeit nutzen auf diesem Weg einen kurzen Impuls zu diesem Tag – Verkündigung des Herrn – zu senden.

Jeder kennt das Sprichwort: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Die Erfahrung, dass Lebenspläne unverhofft platzen können, machten Menschen schon immer. So auch Maria, die auch heute Menschen ein Vorbild sein kann.

Maria wird mit einer Nachricht konfrontiert, die ihr Leben auf einen Schlag ändert. Bei Maria war es die unerwartete Schwangerschaft.

Danach ist nichts mehr wie vorher. Die Frage lautet, wie man nun seinen Weg weitergehen kann. Maria hat bei aller Ungewissheit ja dazu gesagt, das Kind zu bekommen. In ihrem Fall hat Gott ihre Einwilligung abgewartet.

Hier ist vielleicht der große Unterschied zu den Situationen, in denen man eine Lebens ändernde Nachricht erfährt. Denn oft steht man vor vollendeten Tatsachen und hat keine Wahl mehr.

Es besteht jedoch trotzdem die Möglichkeit, wie Maria, eine neue Situation anzunehmen. Das ist oft nicht einfach. Wer es jedoch schafft zu sagen: „Es ist jetzt so“ und die Lage akzeptiert, der hat schon viel gewonnen. Der kann klarer schauen, wie man mit dieser neuen Situation umgehen kann, welche Handlungsspielräume man hat und welche Wege es noch gibt – auch wenn auf den ersten Blick alles ausweglos ist.

Das kann uns auch heute hilfreich sein. Wie lange so eine Phase  dauert, kann man nicht vorherbestimmen. Aber es ist auf jeden Fall gut, auf sich zu achten und zu schauen, was gut tut.

Maria konnte sich schließlich in der neuen Lage zurechtfinden und sie annehmen. Ähnlich kann es heute auch jedem von uns gelingen, schwierige und belastende Situationen anzunehmen und sie zu gestalten. Dazu erbitte ich den Segen des Mensch gewordenen Gottes für uns alle. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen

Geistlicher Impuls Verkündigung des Herrn – Maria Verkündigung am 25. März 2020