Liebe Mitchristen,

die Aufforderung „Freut euch allezeit im Herrn“ mag manchem im Halse stecken bleiben. Wo gibt es einen Bezug zu unserem Leben, unserem Alltag, der so scheint es,  mehr von Angst, Unsicherheit und Überlebenskampf bestimmt ist? Wir sollten uns hüten, den Menschen vorschnell irgendwelche Bibelstellen oder Glaubenswahrheiten zu sagen, die sie in ihrer Sorge nicht verstehen oder gar missverstehen müssen und sich in ihrer Lebenssituation nicht ernst genommen fühlen.

Es geht nicht darum, die Menschen „in die Kirche zu bekommen“ oder Strukturen aufzubauen und zu erhalten. Es geht um den Menschen und um Gottes Plan für uns. 

Fest steht: Gott steht zu seinem Wort und zu seiner Zusage. Er ist und bleibt treu – auch wenn wir Menschen uns immer wieder von ihm abwenden. Vielleicht gelingt uns manches Vorhaben deshalb nicht – auch wenn es gut  gemeint ist -, weil wir einfach zu sehr auf uns selbst, auf unsere Ideen und Fähigkeiten schauen, als auf ihn.

Von Johannes lesen wir im heutigen Evangelium: ich bin nicht selbst das Licht,  sondern ich lege nur Zeugnis ab für das Licht. Diese Haltung des Johannes „Ich bin nicht der Erlöser, der Heiland“ sollte uns eine in Gott ruhende Gelassenheit geben, das Unsrige mit all unseren Kräften und Fähigkeiten zu tun und  darauf zu vertrauen, dass das Wesentliche von Gott getan wird.

D. h. natürlich nicht, die Hände in den Schoß und die Füße hochzulegen. Der Auftrag an uns bleibt: Sich um Gerechtigkeit und Menschlichkeit in Kirche und Welt zu bemühen und immer wieder umzukehren. Die Menschen so wie Jesus anzunehmen und keine tausend Bedingungen zu stellen. Es geht dabei auch um Versöhnung, um den Abbau von Barrieren und um Verantwortung füreinander. Als Christen stehen wir in der Nachfolge Jesu und es stellt sich die Frage: Was könnten und müssten wir tun, dass es nicht nur ein Wort bleibt, sondern Tat wird?

Einen gesegneten Adventsonntag

Reinhold Konle

Diakon St.Michael Ruhlkirchen

Impuls 3. Adventsonntag – Gaudete –